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'Fit zu mehr Erfolg': Das neue Programm der SVA soll Beschäftigte gesund halten


04.10.2004

Die österreichischen Unternehmer sollen gesünder werden - und mit ihnen auch die Beschäftigten. Die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft startete jetzt ihr Programm "Fit zu mehr Erfolg". Das Vorsorgeprogramm wurde heute im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien vorgestellt.

Die SVA hat sich in den letzten Jahren von der Pensions- und Krankenkasse zum Vorsorge- und GesundheitsPARTNER entwickelt. Speziell in den Bereichen körperliche Fitness, Stressabbau und richtige Ernährung möchte die SVA noch stärker aktiv werden und Partner der Versicherten sein.

 "Wir haben uns für das heurige Jahr das Thema Vorsorge gewählt. Es ist unheimlich wichtig für den Einzelnen, aber auch für Unternehmen. (...) Wir sind draufgekommen, dass die Unternehmer dafür viel zu wenig Zeit haben. Wenn sich der Unternehmer gesund erhält, ist das auch ein Signal für die Mitarbeiter", erklärte Mag. Stefan Vlasich, Generaldirektor der SVA der gewerblichen Wirtschaft.

Kernpunkte der Aktion "Fit zu mehr Erfolg" sind neben der staatlichen Vorsorgeuntersuchung ein kostengünstiger umfassender Fitness-Check, der noch heuer in Zusammenarbeit mit einer Privatversicherung angeboten werden soll. Weiters wird es in jeder Landesstelle einen "Gesundheits-Lotsen" als Berater geben, und im September startet die SVA mit Informationstagen in allen Landesstellen eine Aufklärungsoffensive. Unter dem Motto "Vorsorgen ist besser als heilen" hat die SVA weiters eine "Gesundheitswoche" eingeführt, in welcher mit den Versicherten eine gesündere Lebensweise erarbeitet wird. Die betriebliche Gesundheitsförderung steht ebenfalls im Mittelpunkt der Aktion: Mit dem Projekt "der gesündeste Unternehmer Österreichs" sollen Unternehmer dazu animiert werden, in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu investieren.

 Vlasich: "Wir wollen gemeinsam mit den Unternehmen dafür sorgen, dass es dort Angebote für mehr Bewegung, gesunde Ernährung und Stressabbau gibt". Im Rahmen des Projektes "Der gesündeste Unternehmer Österreichs" soll es auch zu Kostenzuschüssen durch die SVA der gewerblichen Wirtschaft kommen.

Wie gut Sportprogramme in Unternehmen wirken können, belegte der Leiter des Instituts für Höhere Studien und Verfasser einer Literaturstudie, Dr. Bernhard Felderer: "Es waren rund 40 Studien. Es gibt keine einzige, die keine positiven Folgen in gesundheitlicher Hinsicht gezeigt hat. Man könnte in Österreich 1,5 Prozent des BIP einsparen, wenn sich alle Beschäftigten solchen Bewegungsprogrammen unterziehen würden."

Der Experte plädierte für entsprechende Anreizsysteme: "Wenn aber bei den Beschäftigten nicht Anreize eingebaut werden, die spürbar sind, bleibt die Teilnahme gering. Was US-Studien zeigen, ist, dass es für das Unternehmen billiger ist, wenn es Sportmöglichkeiten zur Verfügung stellt, als wenn es das nicht tut." Bei den Anreizen könnte man zum Beispiel bei zukünftigen Erhöhungen der Krankenversicherungsbeiträge ein Splitting einführen.

Einige Daten aus der IHS-Studie:

  • Würden sich alle Beschäftigten in Österreich an Ernährungs- und Bewegungsprogrammen beteiligen, könnten an Gesundheitskosten jährlich rund 3,6 Mrd. Euro eingespart werden.
  • Die Krankenstandskosten könnten um bis zu 338 Euro oder 36 Prozent je Beschäftigen pro Jahr zurück gehen
  • Es käme zu zwölf Prozent weniger Krankenstandstagen (Kosten: rund eine Mrd. Euro)
  • An Einkommensverlusten würden rund 1,4 Mrd. Euro eingespart werden.
  • Die Zahl der Neuzugänge zu den Erwerbsunfähigkeitspensionen würden um 16 Prozent, die Zahl der vorzeitigen Todesfälle um 4,6 Prozent sinken.


Erste Erfahrungen haben gezeigt, dass die Unternehmer Gesundheitsförderungsprojekten aus den verschiedensten Gründen (Kosten, personelle Ressourcen, Vorbehalte gegen Betriebsbesichtigungen etc.) reserviert gegenüberstehen. Aus diesem Grund werden für die Aktion der SVA in einem ersten Schritt nur Unternehmer für "ihre Person" angesprochen. Mit einem Fragebogen wird die Situation im Betrieb erhoben. Zeigt sich, dass dem Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte, wird der Unternehmer eingeladen, sich mit dem Netzwerk "Betriebliche Gesundheitsförderung" in Verbindung zu setzen.  

Für eine Kooperation mit dem Fonds ist der Unternehmer selbst verantwortlich. Nimmt er an einem BGF-Projekt teil, erhält er von der SVA eine Kostenerstattung in Höhe von 100 Euro. Darüber hinaus wird er vom Netzwerk öffentlich präsentiert.

An der Aktion "Fit zu mehr Erfolg" können alle aktiven Versicherten teilnehmen, Anmeldeschluss ist der 15. Oktober 2004.