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SVA-Obmann Leitl zieht positive Bilanz


13.01.2005

Auf den Tag genau vor einem Jahr wurde Präsident Leitl zum Obmann der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA) bestellt. In der relativ kurzen Zeit ist es gelungen, deutliche Verbesserungen für die Wirtschaftstreibenden durchzusetzen, die vor allem eine Senkung der Lohnnebenkosten bewirkt haben. Insgesamt wird Österreichs Wirtschaft durch Änderungen im Sozialrecht im heurigen Jahr um 170,4 Millionen Euro entlastet. Für den einzelnen Unternehmer ergibt sich im Durchschnitt eine jährliche Ersparnis in Höhe von rund 610 Euro.

Pauschalierung des Krankenversicherungsbeitrages

Seit 2003 zahlen Unternehmer für ihren Krankenschutz in den ersten beiden Jahren der selbständigen Erwerbstätigkeit nur den Mindestbeitrag. Die früher vorgesehene Nachbemessung, die zu einer deutlichen Beitragsnachzahlung führen konnte, fällt weg. Bei entsprechend hohen Einkünften beträgt die Entlastung für den Versicherten bis zu 314 Euro im Monat.

Entlastung für die Unternehmer: 25 Millionen Euro

Reduktion der Mindestbeitragsgrundlage

Bereits seit dem Jahr 2003 gilt für Unternehmer eine reduzierte Mindestbeitragsgrundlage in der Krankenversicherung. Im Vergleich zur Pensionsversicherung wurden die Beiträge nahezu halbiert. Damit wird die Beitragsbelastung in wirtschaftlich schlechteren Jahren reduziert, ohne die Leistungen in der Krankenversicherung zu verschlechtern. Die Beitragsersparnis beträgt bis zu 48 Euro im Monat.

Entlastung für die Unternehmer: 35,6 Millionen Euro

Zuschuss zur Entgeltfortzahlung bei Unfall und nun auch bei Erkrankung eines Mitarbeiters

Durch Unfälle wie auch durch Krankheit hervorgerufene Krankenstände von Dienstnehmern sind mitunter für kleinere Betriebe existenzbedrohend. 2003 gelang es, eine Rückvergütung der Entgeltfortzahlung bei Arbeits- und Freizeitunfällen im Ausmaß von 50 Prozent durch die AUVA an die betroffenen Dienstgeber zu etablieren.

Ende des Vorjahres wurde nach erfolgreichen Verhandlungen eine weitere Forderung der Wirtschaft verwirklicht - der Zuschuss zur Entgeltfortzahlung auch im Krankheitsfall. Nun erhalten Unternehmer ab 2005 auch bei Krankenständen ihrer Mitarbeiter einen Kostenersatz.

Den Dienstgebern wird ab dem 11. Tag des Krankenstandes eines Mitarbeiters die Hälfte des weitergezahlten Entgelts, inklusive Sonderzahlungen, von der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) erstattet. Die Regelung gilt für Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern.

Entlastung für die Unternehmer: 30 Millionen Euro.

Wegfall der 9,3-prozentigen Erhöhung bei der vorläufigen Beitragsgrundlage

Für die Beitragsbemessung in der gewerblichen Sozialversicherung sind die Einkünfte des Beitragsjahres ausschlaggebend. Bis zur Ausstellung des Steuerbescheides erfolgt eine vorläufige Bemessung anhand der Einkünfte des drittvorangegangenen Kalenderjahres. Diese Einkünfte werden aktualisiert, seit 1. Jänner 2005 entfällt die Erhöhung um 9,3 Prozent. Damit ist vor allem für Mindestbeitragszahler eine spürbare finanzielle Entlastung verbunden. Die Beitragsdifferenz beträgt zwischen 20 und 80 Euro pro Monat.

Entlastung für die Unternehmer: 75 Millionen Euro

Anwartschaften aus der Arbeitslosenversicherung bleiben gewahrt

Die unbefristete Rahmenfristerstreckung um Zeiten einer selbständigen Erwerbstätigkeit bei der Prüfung eines Anspruches auf Arbeitslosengeld wird um ein weiteres Jahr (bis Ende 2005) verlängert. Unternehmer können daher auch in Zukunft nach Aufgabe ihrer selbständigen Erwerbstätigkeit Arbeitslosengeld beziehen, sofern die Anwartschaften aufgrund einer früheren unselbständigen Beschäftigung erfüllt sind.

Aliquotierung des Unfallversicherungsbeitrages

Der Unfallversicherungsbeitrag für Unternehmer richtet sich nicht nach dem Einkommen, sondern ist für alle gleich hoch. Viele Versicherte empfanden es seit langem als ungerecht, dass der Beitrag auch dann in voller Höhe zu zahlen ist, wenn die Pflichtversicherung im Laufe eines Jahres beginnt oder endet. Seit 1. Jänner 2005 gibt es hier eine Erleichterung. Der Beitrag ist nicht mehr automatisch für das ganze Jahr zu zahlen, sondern nur noch für die Dauer der Pflichtversicherung. Beginnt beispielsweise ein Unternehmer seine Tätigkeit mit Juli, so muss er zukünftig den nur halben Jahresbeitrag zahlen. Wird die Tätigkeit Ende Jänner eingestellt, so wird nur ein Zwölftel des Jahresbeitrages fällig. Die Beitragsersparnis kann bis zu 77,99 Euro im Jahr ausmachen.

Entlastung für die Unternehmer: 4,8 Millionen Euro

Freiwillige Erhöhung der Neuzugangsgrundlage

Seit dem Jahr 2004 können Berufsanfänger die Beitragsgrundlagen der ersten drei Jahre nach Aufnahme der Erwerbstätigkeit freiwillig erhöhen. Anstelle der investitionsbedingt niedrigen Beitragsgrundlage tritt dann die Höchstbeitragsgrundlage. Ein solcher Antrag kann bis zum Pensionsstichtag gestellt werden, bei einer späteren Zahlung sind die Beiträge aufzuwerten.

Optionenmodell gilt weiter

Das seit dem Jahr 2003 geltende und ursprünglich bis 2004 befristete Optionenmodell in der gewerblichen Krankenversicherung wurde wegen des großen Erfolges verlängert. Gewerbetreibende können zwischen verschiedenen Leistungspaketen wählen und so ihren Krankenschutz den individuellen Bedürfnissen anpassen.

100 Euro Heizkostenzuschuss

Die rasant gestiegenen Energiepreise, insbesondere bei den Heizkosten, bedeuten für viele Menschen in unserem Land eine unerwartete Belastung. Die SVA hat sich daher entschlossen, rasch und unbürokratisch mit einem Heizkostenzuschuss zu helfen. Dieser wurde an alle Versicherten ausgezahlt, die von der Rezeptgebühr befreit sind; ein gesonderter Antrag war nicht erforderlich.

Der einmalige Zuschuss aus Mitteln des Unterstützungsfonds betrug 100 Euro und wurde Mitte Dezember österreichweit an insgesamt 21.500 Versicherte angewiesen. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 2,15 Millionen Euro.