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Präsentation des Bewegungsprogramms „JACKPOT“ – „In die Kur kommt Bewegung rein“

Ehepaar in Sportbekleidung

22.09.2015

Mit Oktober 2015 starten die österreichische Sozialversicherung und die drei Sportdachverbände ein vorbildhaftes Pilotprojekt, das neben der Steigerung der Gesundheit auch zur Reduktion verbreiteter chronischer Erkrankungen beitragen soll.

Unter dem Motto „In die Kur kommt Bewegung rein“ starten mit
1. Oktober 2015 die österreichische Sozialversicherung und die drei Sportdachverbände ein vorbildhaftes Bewegungsprogramm „JACKPOT“. Mindestens 150 Minuten aerobe körperliche Aktivität mit mittlerer Intensität sollten erwachsene Menschen pro Woche erreichen. Diese Maßnahme steht Personen für die ersten zwölf Wochen nach Beendigung der Kur unentgeltlich zur Verfügung. „JACKPOT“ bietet Hilfestellung zur Optimierung bzw. Sicherung des gesundheitlichen Wohlbefindens und stellt mit der Fortführung körperlicher Aktivität auch im heimischen Umfeld vor allem den Gewinn an Gesundheit in den Mittelpunkt.

Das Projekt, das bereits fest in der Landesgesundheitsstrategie Steiermark verankert ist, soll bei positiver Evaluierung bis 2022 auf ganz Österreich ausgeweitet werden. Herausragend dabei ist, dass die österreichischen Sozialversicherungsträger und Sportdachverbände erstmalig gemeinsam an der konkreten Planung und Umsetzung beteiligt sind. „Durch das Bewegungsprogramm ‘Jackpot’ soll der Transfer des Bewegungsverhaltens, welches während des stationären Heilverfahrens begonnen wurde, in den Alltag gesichert werden. Mit den zwölf kostenlosen Einheiten von Jackpot wollen wir die Bürger dazu motivieren, mehr für ihre Gesundheit zu tun“, so Dr. Thomas Neumann, Direktor der gewerblichen Wirtschaft (SVA) in seiner Rolle als Projektträger. Durch die Unterzeichnung einer Rahmenvereinbarung, welche die SVA als erster Sozialversicherungsträger mit dem organisierten Sport schließt, ist der Grundstein für eine erfolgreiche Entwicklung gelegt.

Körperliche Aktivität als Wundermittel
Ziel des Bewegungsprogramms ist es, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dauerhaft die Kriterien der „Österreichischen Bewegungsempfehlungen“ erreichen. „Wer sich daran orientiert, erzielt unweigerlich einen substantiellen und messbaren gesundheitlichen Nutzen“, so Prof. Dr. Sylvia Titze von der Universität Graz. Der Fokus liegt darauf, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erkennen zu lassen, welchen Benefit für Gesundheit und allgemeines Wohlbefinden regelmäßige körperliche Aktivität mit sich bringt. Im besten Fall soll regelmäßige sportliche Betätigung in den Alltag integriert werden aber auch auf lange Sicht in Fleisch und Blut übergehen.

Körperliche Aktivität – in der erforderlichen Dosis und Intensität regelmäßig betrieben – ist in der Medizin als Wundermittel seit Jahrzehnten bekannt. „Gerade im Schnittstellenmanagement haben wir aber einen enormen Nachholbedarf. In vielen Fällen wissen wir leider nicht, wohin sich Personen nach einem beendeten stationären Heilverfahren richten sollen. Somit gelingt der Transfer an den Wohnort leider kaum“, erklärt Prim. Dr. Claudia Francesconi von der Pensionsversicherungsanstalt (PVA).

Dem Kuraufenthalt Nachhaltigkeit verleihen
Um diese Lücke zu schließen, haben die Sportdachverbände intensiv an einer Lösung gearbeitet: Die neuen „JACKPOT“ Bewegungsprogramme werden Personen, welche in den Pilotstandorten wohnen, bereits während des Kuraufenthaltes detailliert vorgestellt. Umgesetzt werden diese von den regionalen Sportvereinen. Einer der Qualitätsstandards lautet, dass ein „JACKPOT“ Bewegungsprogramm zweimal pro Woche inhaltlich standardisiert stattfinden und jede einzelne Einheit 90 Minuten dauern soll. „Durch das breite Netzwerk an regionalen Sportvereinen haben wir die einzige leistbare Möglichkeit, um in vielen Regionen diese standardisierten Programme weiterhin aufzubauen“, erklärt Stefan Herker von der SPORTUNION. Somit wäre neben dem Gewinn an gesunden Lebensjahren eine Entlastung des Gesundheitssystems garantiert.

Machbarkeitsstudie bestätigt Effektivität
Im Rahmen einer mehrjährigen, österreichweiten Feasibilty-Studie, an der mehr als 2.000 Personen teilgenommen haben, konnte bereits erprobt werden, dass ähnlich aufgebaute Bewegungsprogramme effektiv, machbar und sicher sind. Die Ergebnisse werden diesen Herbst in der renommierten amerikanischen Fachzeitschrift „Journal of Physical Activity & Health“ veröffentlicht.

SVA - Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft
Die SVA ist der Sozialversicherungsträger für Österreichs Selbständige und betreut als gesetzliche Krankenversicherung rund 775.000 Kunden, davon 390.000 aktiv Erwerbstätige, 146.000 Pensionisten und 239.000 Angehörige. Als gesetzliche Pensionsversicherung ist die SVA für 416.000 Versicherte zuständig.

  

Rückfragehinweis:
Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft (SVA)
Daniela Klinser, MSc.
Tel.: 05 08 08/3452 
E-Mail: daniela.klinser@svagw.at