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Gut vorbereitet in die Berge

Spätsommer und Frühherbst sind die beliebtesten Wandersaisonen der Österreicher. Eine kleine Unachtsamkeit im Gebirge kann aber leider auch große Auswirkungen haben - der Grund, warum wir für Sie eine Vorbereitungs-Liste für Ihre nächste Bergtour zusammengestellt haben.

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Gut geplant ist halb gewonnen!

Bei der Tourenplanung helfen Wanderkarten, Literatur, Internet und Experten, die über Länge, Höhendifferenz, Schwierigkeit und die aktuellen Verhältnisse informieren.

Bei einer Gruppenwanderung bitte die Tour immer auf das schwächste Team-Mitglied abstimmen.

 

Einfache Strecken für den Start wählen

Zum Einstieg wählt man am besten einfache Strecken - so verlockend es auch manchmal klingt: nicht gleich sehr hohe Berge oder sehr lange Touren.

 

Wanderzeiten vorberechnen

Die Faustregel zum Berechnen der Wanderzeit ist: Im flachen Gelände gelten 4,2 Kilometer pro Stunde als realistischer Richtwert, für jede Höhendifferenz von 300 Metern bergauf rechnet man eine weitere Stunde ein.

 

Gut auf das Wetter achten

Das Wetter in den Bergen kann sich schnell ändern, Regen, Wind und Kälte können das Unfallrisiko erhöhen. Deshalb vorher unbedingt auf den Wetterbericht der Region achten.

Sollten sie trotzdem in ein Gewitter geraten, vermeiden Sie direkte Blitzeinschläge. Also von exponierten Stellen, wie Kuppen, alleinstehenden Bäumen oder Masten jeglicher Art fernhalten. Auf ebenem Gelände oder Flächen sollten Sie sich möglichst klein machen, in Höhlen und Überhängen sollten sie sich nicht beim Eingang und Seitenwänden aufhalten – aufgrund der Möglichkeit von Steinschlägen und Erdrutschen. Außerdem sollten Sie unbedingt aus Seen und Flüssen hinausgehen, versuchen, trocken zu werden (oder zu bleiben) – und Metallgegenstände wie Regenschirme, Eispickel oder Skistöcke ablegen.

 

Belastung: der Unterhaltungstest
Wandern kann anstrengen, aber sollte nicht überanstrengen. Die Faustregel gilt: Man darf ins Schwitzen kommen, ins Schnaufen eher nicht. Man sollte sich also während des Gehens noch gut mit seinen Begleitern unterhalten können.

 

Kleider machen gute Wanderer

Egal ob es eine leichte Tageswanderung oder eine Mehrtages-Tour ist, die Wanderbekleidung ist maßgeblich für das Wohlbefinden während des Wanderns verantwortlich. Unpassende Schuhe, am Körper klebende Unterwäsche und unbequeme Oberbekleidung machen aus einer entspannten Tour schon nach kurzer Zeit einen Alptraum.

Für einmalige und sehr leichte Touren bei angenehmem Wetter muss sich niemand gleich komplett mit Wanderbekleidung ausstatten. Hier reichen bequeme Schuhe, atmungsaktive Wäsche und eine gute Regenjacke für den Notfall. Wer aber häufiger auf Wanderung gehen möchte, profitiert von passender Funktionskleidung:

 

  • Schuhe ohne hin und her
    Ihre Schuhe sollten gut eingegangen sein, atmungsaktiv sein, eine griffige Profilsohle haben und die Sprunggelenke gut stützen. Sie sollen Bewegungsfreiheit bieten, aber kein Hin- und Herrutschen ermöglichen. Wanderschuhe schützen den Fuß und geben ihm Halt. Bitte auch keinesfalls zu kleine Schuhe kaufen, denn niemand kann eine Wanderung genießen, wenn die Schuhe drücken. Ein guter Wanderschuh ist außerdem nicht für jeden ein guter Wanderschuh – jeder sollte für sich das Modell wählen, in dem er sich am wohlsten fühlt.

 

  • Eine gute Kombi: Jacke und Kapuze

    Die optimale Jacke für eine Wanderung ist regendicht und atmungsaktiv, denn vor allem im Gebirge ist das Wetter sehr wechselhaft. Auch die Kapuze spielt eine wichtige Rolle, sie sollte bequem und mit richtiger Passform sein – so, dass sie sich bei Starkregen gut verschließen lässt, ohne das Sichtfeld einzuschränken.

    Softshelljacken sind weiche, bequeme, wasser- und windabweisende Jacken, die sich dehnen lassen und sich dem Körper gut anpassen. Hardshell hingegen steckt häufig in den sogenannten Funktionsjacken, welche aus mehreren Folienschichten besteht und noch stärker wasser- und windabweisend ist – Hardshelljacken stehen Regenjacken in nichts nach. Für extremere Wetterbedingungen sind deshalb Hardshells besser als Softshells geeignet. Die einzigen Nachteile der Hardshell-Jacken: das Rascheln des Gewebes und die weniger gute Körperanpassung.

 

  • Zipphose: die Hose für jede Wetterlage

    Atmungsaktiv und stabil, so sollte eine gute Wanderhose sein. Sie sollte so weit sein, dass bei Kälte noch eine weitere Schicht darunter angezogen werden kann. Deshalb sind Jeans- und Lederhosen nicht unbedingt geeignet. Durchgesetzt haben sich Hosen aus Kunststoffen wie Polyester oder Mischgewebe aus Baumwolle und Polyester. Ob kurz, halblang oder lang, entscheidet der Einsatz. Bei wechselhaftem Wetter bewähren sich Zipphosen, die sich durch Abtrennen der Hosenbeine in eine kurze Hose verwandeln.

     

  • Wandersocken

    Strümpfe zum Wandern sollten die Feuchtigkeit nach außen leiten - das können nur Wandersocken aus Kunststoffgewebe.

     

  • Gut darunter

    Genauso atmungsaktiv wie ihre Hose sollte auch ihre Unterwäsche sein – denn die Wäsche, die direkt am Körper anliegt, sollte Sie nicht unnötig zum Schwitzen bringen. Unterwäsche aus Mikrofaser nimmt keine Feuchtigkeit auf, sondern leitet sie nach außen. //Wird Mikrofaser damit empfohlen oder nicht?//

  • Wanderstöcke
    Wanderstöcke helfen im Gelände, Stabilität zu bewahren und Gelenke und Lendenwirbel zu schonen. Wichtig ist die richtige Stocklänge, damit ein 90 Grad-Winkel im Ellenbogen entsteht – und dass man immer mit zwei Stöcken geht.

 

Sonnenschutz mitnehmen

Für Touren im Sommer und vor allem im Hochgebirge ist Sonnenschutz essentiell, die Sonnencreme sollte den Lichtschutzfaktor 50+ haben. Auch Kopfbedeckungen mit UV-Schutz und ein Nackenschutz machen nicht nur bei sonnenempfindlichen Menschen Sinn, um Sonnenbrand und Hautkrebs vorzubeugen.

 

Gepäck: Ein paar Kilo weniger schaden niemanden

Bitte auch nicht zu viel Gepäck mitnehmen: Gefühlsmäßig wird jedes umsonst eingepackte Kilo im Rucksack mit zunehmender Dauer des Weges schwerer. Deshalb gilt die Faustregel: Vollgepackt soll der Rucksack maximal ein Viertel des Körpergewichts wiegen und auch über einen Hüft-Gurt zur Stabilisierung und Stützung verfügen. Der Schwerpunkt sollte dicht am Körper liegen.

 

Energie pur!

Nehmen Sie bitte immer ausreichend zum Essen und Trinken mit und machen regelmäßig – am besten etwa alle zwei Stunden – Pausen, um sich zu stärken. Dabei sollte man eher auf schnelle Energielieferanten wie Trockenobst, Müsliriegel etc. setzen als auf schwer verdauliche Kost. Und Trinken sollte man nicht erst, wenn der Durst da ist, sondern mindestens alle 20 bis 30 Minuten ein paar kräftige Schlucke.

 

Im Fall der Fälle: Erste-Hilfe-Set

Jeder Wanderer sollte ein vollständiges Erste-Hilfe-Set in seinem Rucksack dabeihaben: mit Verbänden, Kompressen, Pflastern, Einweghandschuhen, einer Pinzette, Desinfektionsmittel, einem Dreiecktuch, einer Schere, einer Rettungsdecke und einer Signalpfeife. Um im Fall der Fälle rasch helfen zu können macht es außerdem Sinn, die Erste-Hilfe-Kenntnisse vor einer geplanten Wanderung aufzufrischen.

 

Handy einpacken und Alpin-Notruf 140 einspeichern

Außerdem bitte unbedingt ein Handy einpacken und am besten den Alpin-Notruf für Notfälle mit der Telefonnummer 140 einspeichern.

 

Wir wünschen viel Spaß und Erholung bei Ihren Wanderungen!